Ein kurzer Moment der Ablenkung, ein unklarer Tarif, eine freundliche Einladung: Viele Reisefallen beginnen ganz unspektakulär. Hier lernst du wiederkehrende Betrugsmaschen und Kostenfallen kennen, mit belegten Beispielen und einfachen Regeln für unterwegs.
Die häufigsten Maschen weltweit
Ablenkung und der Griff in die Tasche
So läuft’sJemand rempelt dich an oder beschmutzt deine Kleidung. Während du dich um das Missgeschick kümmerst, nimmt ein Komplize deine Wertsachen. Auch eine angebliche Spendenliste kann deinen Blick von der Tasche weglenken.
WoIn Italien, etwa an Bahnhöfen und in Verkehrsmitteln in Rom. Ablenkung durch Teams ist auch für Spanien dokumentiert, siehe Barcelona. Der Polizeiguide für Paris nennt Petitionen als möglichen Ablenkungsmoment.
So schützt du dich
- Sichere zuerst deine Tasche und schaffe Abstand, bevor du dich um einen Fleck kümmerst.
- Trag Wertsachen nah am Körper. Bewahre Geld und Dokumente getrennt auf.
- Lass Handy und Geldbörse nicht offen auf dem Tisch liegen.
Die falsche Polizeikontrolle
So läuft’sEin Fremder gibt sich als Polizist aus und verlangt deine Geldbörse oder Bargeld. Die angebliche Kontrolle soll dich dazu bringen, Wertsachen ohne Nachdenken herauszugeben. In Tschechien sind auch falsche Forderungen nach Bußgeldern dokumentiert.
WoDie offiziellen Hinweise warnen für Spanien, siehe Barcelona, und Tschechien, siehe Prag. Auch die Polizei in Paris beschreibt falsche Beamte, die Geld verlangen.
So schützt du dich
- Bitte ruhig um den Dienstausweis.
- Gib deine Geldbörse nicht zur angeblichen Identitätskontrolle aus der Hand.
- Nimm echte Aufforderungen zur Identitätsprüfung ernst. Lass Zweifel bei der örtlichen Polizei klären.
Das Taxi mit dem überraschenden Fahrpreis
So läuft’sNoch vor dem Taxistand bietet dir jemand eine Fahrt an. Oder der Fahrer lässt das Taxameter aus, ohne die Abrechnung klar zu erklären. Am Ziel fehlt dir die Grundlage, den verlangten Betrag zu prüfen.
WoDer Polizeiguide für Paris warnt vor ungefragten Fahrtangeboten an Flughäfen und Bahnhöfen. Für die Türkei empfehlen die britischen Hinweise registrierte Taxis mit Taxameter, passend zu unseren Guides für Istanbul und Antalya.
So schützt du dich
- Geh zum offiziellen Taxistand oder bestell bei einem geprüften Unternehmen.
- Kläre vor dem Losfahren Taxameter, einen möglichen offiziellen Festpreis und Zuschläge.
- Wenn der Tarif unklar bleibt, nimm ein anderes Taxi. Mehr dazu im Ratgeber zur Taxi Abzocke.
Die Bar mit der hohen Schlussrechnung
So läuft’sDu gehst in ein Lokal, ohne die Getränkepreise zu kennen. Erst beim Bezahlen zeigt sich, wie teuer der Abend geworden ist. In manchen Pariser Cabarets werden Gäste auf der Straße angeworben und anschließend zu teuren Getränken gedrängt.
WoOffizielle Hinweise nennen erhöhte Rechnungen in Bars und anderen Lokalen in Tschechien, siehe Prag. Die Pariser Polizei warnt besonders vor bestimmten Cabarets in Pigalle, siehe Paris.
So schützt du dich
- Such dir das Lokal selbst aus und prüf die Karte vor dem Bestellen.
- Kläre Preise und Leistungen, auch bei Angeboten an der Tür.
- Prüf die Rechnung und frag nach unklaren Positionen. Weitere Muster findest du im Ratgeber zur Restaurant Abzocke.
Die teure Umrechnung am Geldautomaten
So läuft’sDer Automat oder das Kartenterminal bietet an, direkt in Euro abzurechnen. Diese Sofortumrechnung heißt Dynamic Currency Conversion, kurz DCC. Laut Verbraucherzentrale stecken oft schlechte Wechselkurse oder Aufschläge darin. Das ist eine Kostenfalle, nicht automatisch Betrug.
WoBei Zahlungen außerhalb des Euroraums. Unsere Guides für Istanbul und Antalya erklären das Muster beim Zahlen in Türkischer Lira.
So schützt du dich
- Wähle die Landeswährung und lehne die Sofortumrechnung ab.
- Prüf Betrag und Währung vor der PIN Eingabe.
- Achte auf separate Automatengebühren. Details erklärt der Ratgeber zur Geldautomaten Abzocke.
Die Unterkunft, die es nicht gibt
So läuft’sEin Angebot zeigt schöne Fotos und einen verlockenden Preis. Die Bilder können von einer echten Unterkunft kopiert sein. Du zahlst, doch bei der Ankunft gibt es keine Buchung oder die Unterkunft existiert gar nicht.
WoDer britische Polizeidienst Report Fraud beschreibt die Masche bei Urlaubsbuchungen im Internet. Für Tschechien warnt das Auswärtige Amt auch vor falschen Wohnungen zur Anmietung. Der Prag-Guide greift solche Wohnungsangebote ergänzend auf.
So schützt du dich
- Prüf Anbieter, Adresse und unabhängige Bewertungen vor der Zahlung.
- Sei skeptisch bei der Forderung nach einer Überweisung an Unbekannte.
- Buch direkt bei der Unterkunft oder bei einem Anbieter, den du selbst geprüft hast.
Der Ausflug, der im Laden endet
So läuft’sEine Fahrt klingt nach einer entspannten Besichtigung. Stattdessen bringt dich der Fahrer in Geschäfte. Dort wirst du gedrängt, Fälschungen oder minderwertige Ware zu kaufen. Der freundliche Einstieg wird zum Verkaufsdruck.
WoDie Deutsche Botschaft in Bangkok beschreibt Betrugsversuche unter Mitwirkung von Taxi und Tuk Tuk Fahrern. Unser Guide erklärt dazu die Tour in den Edelsteinladen.
So schützt du dich
- Leg vor der Fahrt Ziel und Route fest.
- Lehne ungeplante Ladenstopps ab und kauf nichts unter Druck.
- Such dir Geschäfte und Ausflüge selbst aus.
Was unsere Städte-Guides dazu sagen
- Hurghada: Der Guide behandelt Taxis ohne festen Preis und unklare Rechnungen vom Hotelarzt.
- Paris: Spendenlisten als Ablenkung, falsche Polizisten und inoffizielle Taxis.
- Rom: Ablenkung durch ein Missgeschick und ungefragte Flughafentaxis.
- Marrakesch: Der Guide erklärt unklare Taxipreise, ungefragte Guides und nachträgliche Fotorechnungen.
- Lissabon: Der Guide behandelt Ablenkung im Gedränge, Taxitarife und Couvert auf der Rechnung.
- Barcelona: Ablenkung durch Teams, falsche Polizisten und inoffizielle Taxis.
- Bangkok: Touren in Edelsteinläden und weitere Vorwände für einen Umweg.
- Prag: Falsche Kontrollen, teure Taxis und hohe Barrechnungen, ergänzend falsche Wohnungsangebote.
- Antalya: Taxis ohne Taxameter und Sofortumrechnung in Euro.
- Istanbul: Taxis ohne Taxameter und die Währungswahl beim Bezahlen.
- Dubai: Der Guide behandelt unklare Transfers, kopierte Buchungsseiten für Attraktionen und Reisegewinne mit Verkaufsdruck.
Entspannt reisen
Kennst du die Muster, kannst du unterwegs bewusster entscheiden. TravelCheck auf dem iPhone erstellt dir deine eigene Liste für dein Reiseziel und dein Reiseprofil, offline nutzbar. So hast du die Hinweise dabei, die zu deiner Reise passen.
Häufige Fragen
Welche Betrugsmaschen begegnen Reisenden immer wieder?
Offizielle Hinweise nennen Ablenkung durch Taschendiebe, falsche Polizisten, unseriöse Taxis, hohe Barrechnungen und erfundene Unterkünfte. Dazu kommen Verkaufsdruck bei Ausflügen und teure Währungsumrechnung. Welche Muster für dich wichtig sind, hängt vom Reiseziel ab.
Wie schütze ich mich vor Ablenkungstricks?
Sichere zuerst deine Tasche, wenn dich jemand anrempelt, deine Kleidung beschmutzt oder eine Unterschrift möchte. Trag Wertsachen nah am Körper und verteile Geld und Dokumente. Lass dein Gepäck nicht unbeaufsichtigt.
Was mache ich bei einer verdächtigen Polizeikontrolle?
Bleib ruhig und bitte um den Dienstausweis. Gib deine Geldbörse nicht für eine angebliche Identitätskontrolle aus der Hand. Nimm echte Aufforderungen zur Identitätsprüfung ernst und lass Zweifel bei der örtlichen Polizei klären.
Soll ich am Geldautomaten die Umrechnung annehmen?
Wähle die Landeswährung und lehne die angebotene Sofortumrechnung ab. Laut Verbraucherzentrale sind die Kurse deiner Bank oder deines Kartenanbieters in der Regel günstiger. Zusätzliche Automatengebühren können trotzdem anfallen.
Wie erkenne ich eine falsche Unterkunft?
Prüf Anbieter, Adresse und unabhängige Bewertungen. Kopierte Fotos, unklare Angaben und die Forderung nach einer Überweisung an Unbekannte sind Warnsignale. Buch direkt bei der Unterkunft oder über einen Anbieter, dessen Seriosität du geprüft hast.
Ist jede überraschende Rechnung Betrug?
Nein. Ein hoher Betrag allein beweist keinen Betrug. Kläre Preise und Leistungen vorher, prüf die Rechnung und frag bei unklaren Positionen nach. Auch die angebotene Währungsumrechnung ist zunächst eine Kostenfalle, kein Beweis für eine Straftat.