Ein gutes Essen gehört zum Urlaub. Damit auch die Rechnung passt, lohnt sich ein kurzer Blick auf Preise, Portionsgrößen und Zuschläge. Diese sechs Restaurantfallen helfen dir, weltweit die richtigen Fragen zu stellen.
Die typischen Restaurant-Tricks
Die Empfehlung ohne klaren Preis
So läuft’sDu bestellst die Empfehlung des Hauses, ohne den Preis zu kennen. Auch ein günstiges Touristenmenü kann teurer werden, wenn du Beilagen oder die Menüfolge änderst. Ein angebotener Aperitif kann ebenfalls extra kosten.
WoDer ADAC beschreibt solche Preisfallen für Italien. Für Frankreich erklärt das Europäische Verbraucherzentrum, dass Karten innen und außen übereinstimmen und enthaltene Getränke erkennbar sein müssen.
So schützt du dich
- Bestell nichts ohne klare Preisangabe.
- Frag bei einem Menü nach Getränken, Beilagen und Zuschlägen.
- Lass dir unbekannte Gerichte erklären, bevor du zusagst.
Der Fischpreis für 100 Gramm
So läuft’sDer kleine Betrag auf der Karte gilt je 100 Gramm, nicht für den ganzen Fisch. Du bestellst eine Portion und erfährst den Gesamtpreis erst auf der Rechnung. Die Abrechnung nach Gewicht ist für sich genommen kein Betrug, eine unklare Bestellung wird aber schnell teuer.
WoIn Italien, auch in Rom, dokumentiert der ADAC diese Falle bei frischem Fisch. Der bestehende Rom-Guide behandelt andere Maschen.
So schützt du dich
- Prüf, ob der Preis pro Portion oder nach Gewicht gilt. „Etto“ bedeutet 100 Gramm.
- Lass dir das berechnete Gewicht und den Gesamtpreis vor der Zubereitung bestätigen.
- Frag bei Fisch und Meeresfrüchten ausdrücklich nach der Abrechnung.
Brot und Vorspeisen, die einfach dastehen
So läuft’sBrot, Oliven oder andere Vorspeisen landen vor deiner Bestellung auf dem Tisch. Du greifst zu und siehst den Aufpreis erst später. In Portugal kann bestelltes oder gegessenes Couvert berechnet werden, ebenso Ware, die durch Anfassen nicht mehr serviert werden kann. Unbestellte, unberührte Speisen dürfen dort nicht auf die Rechnung.
WoIn Portugal, auch in Lissabon. Italien kennt außerdem das Coperto als Gedeckgebühr, für die regionale Regeln gelten.
So schützt du dich
- Frag nach dem Preis, bevor du zugreifst.
- Lass unerwünschte Vorspeisen gleich zurücknehmen.
- Prüf Gedeck und Service auf der Karte. Ein angekündigtes Coperto ist nicht automatisch Abzocke.
Service auf der Rechnung, Trinkgeld obendrauf
So läuft’sService ist bereits enthalten oder als Zuschlag ausgewiesen. Beim Bezahlen sollst du zusätzlich Trinkgeld geben und bemerkst die erste Position nicht. Service und Trinkgeld sind verschiedene Dinge, deshalb lohnt sich ein genauer Blick.
WoFür Frankreich belegt das Europäische Verbraucherzentrum: Der Service steckt im ausgewiesenen Preis, Trinkgeld ist freiwillig. DECO PROteste bestätigt freiwilliges Trinkgeld auch für Portugal. In Italien können ausgewiesene Servicezuschläge vorkommen.
So schützt du dich
- Frag vor der Bestellung, ob Service enthalten ist.
- Lies die Rechnung, bevor du zusätzlich Trinkgeld gibst.
- Prüf die Regeln deines Reiselandes, statt jede Servicegebühr als Betrug einzuordnen.
Die bequeme Umrechnung am Kartenterminal
So läuft’sBeim Bezahlen bietet das Terminal deine Heimatwährung an. Diese Sofortumrechnung heißt DCC, Dynamic Currency Conversion. Der vertraute Betrag kann einen ungünstigen Kurs oder Aufschläge enthalten. Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich auch vor dieser Kostenfalle im Restaurant.
WoBei Kartenzahlungen außerhalb deiner Währungszone. Unsere Guides für Antalya und Istanbul greifen das Thema für die Türkei auf.
So schützt du dich
- Wähle die Landeswährung und lehne die Sofortumrechnung ab.
- Prüf Betrag und Währung, bevor du die Zahlung freigibst.
- Behalte deine Karte im Blick und bewahre den Beleg auf.
Die Einladung mit der riesigen Barrechnung
So läuft’sEin neuer Bekannter lädt dich in eine Bar ein. Nach Essen oder Getränken kommt eine stark überhöhte Rechnung, und du wirst zum Zahlen gedrängt. Kanadas Reisehinweise beschreiben genau diese Masche für Istanbul.
WoIn Istanbul. Für Prag warnen offizielle Hinweise vor hohen Verzehrpreisen und Forderungen bei verlorenen Verzehrkarten. Der Pariser Polizeiguide nennt teure Getränke und Anwerber vor Cabarets in Pigalle, auch unser Paris-Guide erwähnt das.
So schützt du dich
- Such dir Lokale selbst aus und lehne solche Einladungen ab.
- Lies die Getränkepreise vorher und bewahre eine Verzehrkarte sicher auf.
- Bleib bei Druck ruhig. Bei Drohungen holst du Hilfe bei der örtlichen Polizei.
Was unsere Städte-Guides dazu sagen
- Hurghada: Behandelt allgemein Taxis, Hotelärzte, Visumhelfer, Bootstouren und Souvenirs.
- Paris: Erwähnt überhöhte Cabaretrechnungen in Pigalle.
- Rom: Behandelt allgemein Taxis, Ablenkung, Tickets, Gladiatorenfotos und Straßenkäufe.
- Marrakesch: Behandelt allgemein Guides, Taxis, Henna, Fotos und vertauschte Ware.
- Lissabon: Erklärt, wann Couvert berechnet werden darf und wie du ungewollte Vorspeisen ablehnst.
- Barcelona: Rät, Wertsachen auf Terrassen nicht unbeaufsichtigt liegen zu lassen.
- Bangkok: Behandelt falsches Wechselgeld, auch in Restaurants.
- Prag: Warnt vor hohen Barrechnungen und dem Verlust einer Verzehrkarte.
- Antalya: Erklärt die Kostenfalle bei der Sofortumrechnung am Terminal.
- Istanbul: Beschreibt die Barfalle und empfiehlt Kartenzahlung in Lira.
- Dubai: Behandelt allgemein Transfers, falsche Websites, Reisegewinne und Shoppingangebote.
Entspannt essen gehen
Eine bewusste Bestellung und ein Blick auf die Rechnung lassen mehr Raum fürs Genießen. TravelCheck auf dem iPhone stellt dir deine eigene Liste für dein Reiseziel und dein Reiseprofil zusammen, offline nutzbar.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich Restaurant Abzocke im Urlaub?
Achte auf fehlende Preise, unklare Mengenangaben und Zuschläge, die erst beim Bezahlen auftauchen. Frag vor dem Bestellen nach dem Gesamtpreis. Ein hoher, klar angekündigter Preis allein ist noch kein Betrug.
Muss ich unbestelltes Brot oder Vorspeisen bezahlen?
Das hängt vom Land ab. In Portugal darf unbestelltes, unberührtes Couvert nicht berechnet werden. Isst du davon oder machst es durch Anfassen unbrauchbar, kann es berechnet werden. Frag vorher nach dem Preis und lass unerwünschte Speisen zurücknehmen.
Ist Coperto in Italien erlaubt?
Ein ausgewiesenes Coperto ist in Italien nicht grundsätzlich verboten. Regionale Regeln können abweichen, etwa im Lazio, wo laut der Verbraucherzentrale Südtirol kein Coperto berechnet werden darf. Frag vor der Bestellung nach Gedeck und Service und prüf die örtlichen Regeln.
Was bedeutet ein Fischpreis pro 100 Gramm?
Der Preis gilt für das Gewicht, nicht automatisch für die ganze Portion. In Italien kann die Karte dafür das Wort etto verwenden. Lass dir vor der Zubereitung das berechnete Gewicht und den Gesamtpreis bestätigen.
Muss ich zusätzlich zur Servicegebühr Trinkgeld geben?
Prüf zuerst, was bereits in der Rechnung steckt. In Frankreich ist der Service im ausgewiesenen Preis enthalten und Trinkgeld freiwillig. Auch in Portugal ist Trinkgeld nicht verpflichtend. Übertrage diese Regeln nicht pauschal auf andere Länder.
Was mache ich bei einer überraschend hohen Rechnung?
Bitte ruhig um eine aufgeschlüsselte Rechnung und vergleiche sie mit der Karte und deiner Bestellung. Sprich unklare Positionen an und bewahre Belege auf. In Portugal kannst du das Beschwerdebuch verlangen. Bei Drohungen hat deine Sicherheit Vorrang, hol Hilfe bei der örtlichen Polizei.